Gibt es Beweis für den Gott der Bibel in uralten Kulturen?

Der Reasons to Believe (RTB) Voices Blog hat gut-recherchierte und dynamische Artikeln von unserer Gemeinschaft von Wissenschaftler für vier Jahren veröffentlicht. Ihnen zur Ehre wollen wir zu Neujahr einen Artikel teilen, der unser Team und die weitere RTB-Community beeinflusst hat. Viel Vergnügen!

—Das Wissenschaftler-Team von RTB


Laut der Bibel ist jeder Mensch auf Erden ein Nachfahr von Noah und seine Familie (1. Mose 9,18-19). Wenn das wahr ist, soll man Beweis unter uralten Kulturen für den Gott der Bibel finden. Es wird viele überraschen, aber genau das findet man in den Überlieferungen von den meisten uralten Kulturen der Welt. Aber diese Tatsache bleibt den Meisten unbekannt, auch in christlichen Kreisen.

Bild 1: Samoyed Nenets Kind, Nordwest Russland Bildnachweis: Wikimedia Commons

Forschung offenbart Monotheismus

In den späten 1800er war Evolution schwer in Mode und Wissenschaftler haben versucht, Darwinische Prinzipien in vielen Bereichen anzuwenden. Unter diesen sind die Entstehung und Vielfalt des Lebens, die Sozialwissenschaften und der Ursprung der Religion. Während viele Wissenschaftler annahmen, dass Religion sich aus dem Animismus oder Polytheismus durch Zwischenstadien in Monotheismus entwickelte, haben Andrew Lang, Wilhelm Schmidt und andere gezeigt, dass Monotheismus tatsächlich die Urform der menschlichen Religion war. In den Religions- und Kulturwissenschaften is Urmonotheismus die Theorie, die bejaht, dass die älteste Religion der Menschheit monotheistischer Natur war.

In The Making of Religion, schrieb der Autor Andrew Lang in den späten 1800er, dass der höchste Gott im Glauben der australischen Stämme als ein “alles-sehendes, allwissendes, kreatives und mächtiges moralisches Wesen” beschrieben wurde.1 Als spezifisches Beispiel beschreibt Lang den Glauben des Kurnai-Stammes in Australien. Die Kurnai nennen ihren Gott “Mungnan-ngaur” (d.h. “Unser Vater”). Er ist der, der die Erde durch Wasser zerstörte und dann in den Himmel aufgefahren ist, wo er jetzt bleibt. Mungnan ist unsterblich und seine Gebote sind, unter anderen, dass man die älteren Männer zuhören soll, mit Freunden teilen und in Frieden leben soll und sich vom promisken Verhalten fernhalten soll und gewisse Speisevorschriften einhalten soll.2

Lang folgert: “Es sind zwei Hauptquellen der Religion, (1) der Glaube, und wir wissen nicht, wie er entstanden ist, an einen mächtigen, ewigen, allwissenden Vater und Richter der Menschen; (2) der Glaube an ein Leben nach dem Tod für Menschen.”33 Lang’s Arbeit widersprach den herrschenden evolutionären Theorien der Religion und wurde entweder mit Skeptizismus oder Stille empfangen.44

In den 1900er identifizierte Ethnologe Wilhelm Schmidt die Völkergruppen und Stämme, die ältesten, am wenigsten entwickelte materielle Kultur hatten. Die ältesten Stämme, die es auf der Erde noch gibt, sind meistens durch Gebirge, Seen, Insel, Flüsse oder Urwälder geographisch isoliert. Sie sind Sammler, die noch in den Anfängen der wirtschaftlichen Entwicklung sind, die aber noch nicht Landwirtschaft oder Viehzucht betreiben. Sie haben nur primitive Häuser, Kleider und Werkzeuge; ihnen mangeln weiterentwickelten Kulturelemente wie Landwirtschaft, Weben, Keramik oder Metallurgie.5

Bild 2: Wilhelm Schmidt. Bildnachweis:

Beispiele der Stämme, die Schmidt als die frühsten, am Wenigsten fortgeschrittenen Kulturen identifizierte, sind unter anderen die Andamanesen und Semang in Asien, die Buschmänner im Süden Afrikas, die Tierra del Fuegians in Südamerika, die Samojeden und Koryaken im Norden Russlands, die Ureinwohner im Polarkeis, die Algonquin und Sioux Indianer in Nord Amerika und viele Stämme in Australien.6 Schmidt schlussfolgerte, dass die Stämme mit der ältesten menschlichen Kultur auch die ältesten Vorstellungen von Religion haben würden.

Schmidt sammelte die frühen Berichte von Entdeckungsreisenden, Missionaren und Ethnologen und fand unter diesen Stämmen einen durchgängigen Glauben an ein höheres Wesen, das dem Gott der Bibel sehr ähnlich ist. Wenn ihre ältesten Legenden in Betracht kamen, waren die Ergebnisse geradezu erstaunlich. Unter diesen Stämmen nannte man dieses Wesen “Vater,” “meinen Vater,” oder “unseren Vater” und zeigte ihm große Ehrfurcht und Liebe; andere Namen sind “der da oben,” “göttlicher Himmelsherr,” “großer und höchster Geist,” “Töter im Himmel,” und “Überwacher.” Sein Character und seine Eigenschaften werden so beschrieben:

  • Er ist die schöpferische Kraft des Universums.
  • Er ist der Geber vom Moralgesetz und des Bösen nicht fähig.
  • Sein Moralkodex umfasst ein Mordverbot, Verbot von Ehebruch und Unzucht sowie ein Ehrlichkeitsgebot und Gebot, den Bedürftigen zu helfen.
  • Er ist allwissend, allmächtig und allgütig. Obwohl diese Stämme diese spezifischen Worten nicht benutzen würden, schließen ihre Beschreibungen diese Eigenschaften ein.
  • Man betet ihn an und zu ihm. In vielen dieser Stämme werden diesem Gott Opfer gebracht.

Darüber hinaus bestätigen die Stämme dieser ältesten Kultur die Realität vom Leben nach dem Tod und viele von ihnen glauben, im Jenseits werden keine Kinder mehr geboren. Viele dieser Stämmen halten ihren Gott für ewig.7 Selbstverständlich traf Schmidts Arbeit auf Kritik. Aber, wie Winfried Corduan (womöglich der führende lebende Fachmann auf dem Gebiet von Urmonotheismus) schließt, die Theorie vom Urmonotheismus bleibt unwiderlegt.8

Wie erklärt man den Urmonotheismus?

Wie ist es möglich, dass diese indigene Kulturen ohne Schrift, die von einander geographisch entfernt sind, ein so entwickeltes, theistisches Gottesbild haben, das dem Gott der Bibel in vielen Hinsichten so ähnlich ist? Die vernünftigste Antwort auf diese Frage scheint zu sein, dass sich der Gott der Bibel ihnen offenbarte (Römer 1,20) und die Erinnerung an ihn wurde bewahrt. Wir finden unter diesen uralten Stämmen genau das, was wir erwarten würden, wenn die Völker der Erde ihre Ursprünge auf Noah und seine Familie zurückverfolgen können, denen Gott sich offenbarte (1.Mose 9,1-17). Die Erkenntnis Gottes breitete sich von dem Punkt an aus.

Warum wurde Schmidts Arbeit weitgehend ignoriert oder ungelesen? Schmidt erntete Kritik wegen seines Wortgeschwalls und wegen seiner Stelle als katholischer Priester. Aber seine Kritiker sind nicht ohne Weltanschauung und Voreingenommenheit zum Dialog gekommen, unter anderen Antisupernaturalismus.9 Corduan folgert, “der klare Grund für die Ablehnung von Schmidt ist, dass er am Ursprung der menschlichen Kultur fand . . .Treue in der monogamen Ehe, einfache Ehrlichkeit, altruistisches Teilen gekoppelt mit Respekt fürs Eigentum andererer und die Abneigung gegen das grundlose Vergiessen von menschlichem Blut. Und, selbstverständlich, . . .Unterwerfung unter dem Willen eines einzigen Gottes.”1010

Endnoten

1. Andrew Lang, The Making of Religion (London: Longmans, Green, and Co., 1900), xv.

2. Lang, The Making of Religion, 181.

3. Lang, The Making of Religion, 301.

4. Wilhem Schmidt, The Origin and Growth of Religion: Facts and Theories (Proctorville, OH: Wythe-North Publishing, 2014), 13.

5. Schmidt, The Origin and Growth of Religion, 251-55.

6. Schmidt, The Origin and Growth of Religion, 257-61.

7. Schmidt, The Origin and Growth of Religion, 267-82.

8. Winfried Corduan, In the Beginning God: A Fresh Look at the Case for Original Monotheism (Nashville: B&H Publishing Group, 2013), 298.

9. Corduan, In the Beginning God, 224-26.

10. Corduan, In the Beginning God, 227.