Migrationsrouten für die frühen Menschen

Die Entdeckung von Fossilien einer ausgestorbenen Rattenart kann vielleicht Beweis für die Migrationsrouten der frühen Menschheit und der Standort vom Garten Eden liefern.

Vor sechs Jahren schrieb ich einen Artikel über Schwemmfächerablagerungen, die drei Epochen (vor ~55,000, 75,000–130,000, and 150,000–160,000 Jahren) offenlegen, in denen Menschen sehr leicht zwischen Ostafrika und dem Persischen Golf hätten wandern können.1 Im Artikel erklärte ich, wie eine einfache Route dieser Art mit einer widerspruchsfreien Deutung aller wissenschaftlichen und biblischen Daten über die Ursprünge der Menschheit übereinstimmt. Ein neuer subfossiler Fund liefert neuen Beweis für diese Einheitlichkeit. Hier bespreche ich diese Entdeckung nachdem ich die Daten über den Zeitpunkt und Standort der frühen Menschheit kurz wiederhole.

Wissenschaftliche und biblische Daten über die Ursprünge der Menschheit
Archäologische Funde legen die Ursprünge der Menschheit örtlich in Ost- und Südafrika vor 50.000–90.000 Jahren fest. Archäologische Funde ähnlicher Art werden oft zusammen mit menschlichen Überresten gefunden und orten Menschen in der Levante (die Region wo heute Israel, Libanon, Jordanien und Syrien sind) in der gleichen Zeitspanne. Die Analyse der mitochondrialen und Y-chromosomalen DNA datiert die Ursprünge der Menschheit in eine breite Zeitspanne von vor 10.000 bis vor 300.000 Jahre. Beweise der frühsten Städte und Dörfer, spezialisierte Landwirtschaft, die Herstellung von Haushaltsgüter und Handel weisen auf eine Entstehung der Zivilisation im Persischen Golf und Mesopotamien vor etwa 12.000–13.000 Jahren. Zusätzlich zu den archäologischen und DNA-Beweislinien weisen die Eisbohrkernfunde aus Grönland und der Antarktis darauf hin, dass die letzte Eiszeit von vor 12.000 bis ungefähr vor 130.000 Jahren gedauert hat.

Für die Zeitspanne von vor 45.000 bis vor 250.000 Jahren haben Wissenschaftler keine auf Radioisotopenzerfall-basierte Datierungsmethode, die sie auf menschliche Überreste und prähistorische Werkzeuge oder Kunstgegenstände anwenden können. In diesem Datierungsbereich haben sie keine andere Möglichkeit, als Datierungsmethoden zu gebrauchen, die große bekannten und unbekannten systematischen Fehler beinhalten. Oft ändern diese systematischen Fehler die Datierungsergebnisse, so dass sie älter ausfallen. Eine Erklärung dieser Fehler und ihre Größenordnungen finden Sie in Errors in Human Origins Dates.

Was hat das mit dem biblischen Bericht zu tun? Implizit in den biblischen Erzählungen von Adam und Eva im Garten Eden und die von der Sintflut ist, dass die Region um den Persischen Golf und Mesopotamien während der längsten Zeitspanne der letzten Eiszeit von Menschen bewohnt wurde.2 1. Mose. 2 erklärt, dass vier bekannte Flüsse (der Euphrat, der Tigris, der Pischon und der Gihon) aus unterschiedlichen Regionen in den Garten Eden zusammenfließen. Beweisindizien zeigen, dass diese Flüsse nur im südöstlichen Teil vom heutigen Persischen Golf zusammenkommen, an einen Ort, der jetzt mehr als 35 Meter unter dem Meeresspiegel liegt. Aber durch beinah die ganze Dauer der letzten Eiszeit war dieser Ort über dem Meeresspiegel.

1. Mose 7 und 8 beschreiben nur, dass die Wasser der Sintflut über eine Zeitspanne von 40 Tagen schnell anstiegen aber dann über ein Jahr zurückgingen. Das allmähliche Zurückgehen der Wasser würde eine riesige Schnee-und-Eisschmelze mit sich bringen, um die wegfließenden Wasser zu ersetzen. Die Menge Eis und Schnee weist darauf hin, dass die Sintflut während der letzten Eiszeit stattfand.

Neue Beweise einer einfache Migrationsroute für die frühen Menschheit
In einer neulich erschienen Ausgabe der Proceedings of the National Academy of Sciences, USA berichtet ein von Ignacio Lazagabaster geleitetem Team von 13 Paläontologen und Ökologen über eine Entdeckung von Subfossilien einer ausgestorbenen Unterart der ostafrikanischen Mähnenratte Lophiomys imhausi maremortum in der Levante.3 Genau gesagt befand sich der Subfossilfund in einer Klippenhöhle in der Nähe des Toten Meeres. Bis dann wurden Fossilien dieser Rattenart nur in Ostafrika entdeckt.

Die neu-entdeckten Subfossilien werden in ein Altersbereich von 42.000 bis 103.000 Jahren oder sogar früher datiert. Wie erwähnt, Daten, die im Bereich von vor 45.000–250.000 Jahren fallen, unterliegen systematischen Fehler, die möglicherweise sehr groß sein können.

Die Entdeckung von Teilskeletten dieser Mähnenrattenart in der Levante erbringt den Nachweis, dass eine einfache Migrationsroute für Nagetiere zwischen Zentralafrika und der Levante in unterschiedlichen Zeiträumen von vor 42.000 bis vor 103.000 Jahren existieren musste. Wenn die Migration aus Zentralafrika in die Levante für Nagetiere einfach war, muss es für die damaligen Menschen noch einfacher gewesen sein, zwischen den Regionen hin und her zu migrieren.

Der Fruchtbare Halbmond, die halbmondförmige Region im Mittel Osten mit dem nährstoffreichen Erdboden hat die Zuwanderung von Menschen in die Levante und in die Region um den Persischen Golf leicht gemacht. Ständige Wanderbewegungen zwischen der Levante und der Region um den Persischen Golf wären während der ganzen letzten Eiszeit und dem noch-andauernden Interglazial durchaus möglich.

Bedeutung der Entdeckung
Die Entdeckung dieser Subfossilien der seltenen Mähnenratte in der Levante erbringt den Nachweis, dass den frühsten Menschen mindestens zwei leichte Migrationsrouten zwischen der Region um den Persischen Golf und Ostafrika zur Verfügung standen. Neben dieser Route in den Furchtbaren Halbmond habe ich in 2015 eine Route diskutiert, die aus der Region um den Persischen Golf über Südarabien entlang dem Fluss Gihon River und über der Landbrücke, die einst Südwestarabien und Ostafrika verbunden hat, führte.4

In der letzten Eiszeit (vor 12.000 bis vor 130.000 Jahren) hätten Menschen dann viele Möglichkeiten gehabt, zwischen der Region um den Persischen Golf und Ostafrika hin-und-her zu wandern. Die ersten Menschenmigrationen waren wahrscheinlich klein: einige Individuen oder Familien. Für Gruppen dieser Größe soll der Mangel an archäologische oder DNA-basierte Beweise uns nicht überraschen. Aber starke Anhaltspunkte in der Genesiserzählung weisen darauf hin, dass die Ereignisse im Garten Eden und die Sintflut während einer Eiszeit stattfanden. Es gibt daher guten Grund die Schlussfolgerung zu schließen, dass die biblischen, genetischen, paläontologischen und archäologischen Daten über die Herkunft der Menschheit in sich stimmig und konsistent sind.

Endnoten

  1. Hugh Ross, “Did Arabia Provide a Migration Route for Early Humans?Today’s New Reason to Believe (blog), 28.Mai. 2015.
  2. Hugh Ross, Navigating Genesis (Covina, CA: RTB Press, 2014), 72–75, 97–100, 150–152, 158–160.
  3. Ignacio A. Lazagabaster et al., “Rare Crested Rat Subfossils Unveil Afro-Eurasian Ecological Corridors Synchronous with Early Human Dispersals,” Proceedings of the National Academy of Sciences, USA 118, no. 31 (3.August.2021): e2105719118, doi:10.1073/pnas.2105719118.
  4. Ross, “Did Arabia Provide a Migration Route.”